Annotationsrichtlinien
Annotationsmodell, Tagging-Workflow und Konventionen.
1. Projektkontext¶
Die Datenbank db_for_medieval_legal_transactions ist eine TEI-XML-basierte Datenbank mittelalterlicher Wiener Rechtsgeschäfte (aktuell 1177 bis 1414). Das Datenmodell orientiert sich an TEI P5 und an Konventionen der digitalen Prosopographie. Infolge wird Aufbau und Funktionsweise der Datenbank überblicksartig skizziert.
Eine detaillierte Beschreibung inklusive Entity-Relationship-Modell (ER-Model) finden Sie in folgendem Artikel:
Korbinian Grünwald, Die digitale Erfassung von mittelalterlichen Rechtsgeschäften – Beschreibung der semistrukturierten XML-Datenbank db_for_medieval_legal_transactions, in: DHdBlog: Digital Humanities im deutschsprachigen Raum (2021).
Eine Kompatibilität mit CIDOC-CRM ist langfristig angedacht.
Quellensammlungen¶
Die Edition umfasst aktuell folgende Quellensammlungen:
| Korpora |
|---|
| QGW/Vienna_1177-1414 |
| Stadtbuecher/Band_1_1395-1400 * |
* Im Frontend wird aktuell nur der Bestand QGW/Vienna_1177-1414 angezeigt; die Freischaltung der übrigen Bestände folgt.
2. Annotationsmodell¶
Das Annotationsmodell wird im Folgenden in vier konzeptuellen Ebenen dargestellt. Die Ebenen sind hierarchisch aufgebaut: Jede ist Teil der jeweils höheren, und die Verschachtelung im XML spiegelt diese Hierarchie wider.
Die Schema-Validierung erfolgt gegen sources/schema/toolbox.rng (RelaxNG).
| Ebene | Gegenstand | TEI-Element | Klassifikation |
|---|---|---|---|
| 1. Ereignisse | Rechtsgeschäfte | <rs type="event"> |
über <triggerstring n="disp"> |
| 2. Funktionen | Rollen im Rechtsgeschäft | <rs type="fn"> |
über @role |
| 3. Entitäten | Personen, Orte, Organisationen | <rs type="person\|org\|place"> |
über @type und @ref |
| 4. Attribute/Relationen | Eigenschaften und Beziehungen | <roleName> |
über @type und @corresp |
Ebene 1: Ereignisse¶
Ein Ereignis umschließt eine vollständige rechtliche Handlung. Es wird mit <rs type="event" ref="ev__*"> annotiert. Der @ref-Wert verweist auf eine Ereignis-ID.
Innerhalb des Ereignisses markiert <triggerstring n="disp"> den dispositiven Triggerstring, das Verb oder die Verbalphrase, die die Art des Rechtsgeschäfts bestimmt. Die Kategorisierung erfolgt nicht a priori, sondern durch Extraktion dispositiver Verben und nachträgliche Kategorienbildung.
<rs type="event" ref="ev__QGW_II_I_1">
<rs type="fn" role="issuer">
<rs type="person" ref="pe__hadmar_von_schoenberg_QGW_II_I_1">
H(admar) de Schonenberg</rs>, ...
</rs>
<triggerstring n="disp">haben <add>gegeben</add></triggerstring>
<rs type="fn" role="recipient">
<rs type="org" ref="org__wien-st_niklas_vor_dem_stubentor_zisterzienserinnen">
dem Nonnenkloster St. Nikolaus</rs>
</rs>
quattuor iugera lignorum ...
</rs>
Quelle: QGW II/1 Nr. 1 (1198 bis 1230)
Ebene 2: Funktionen¶
Funktionen beschreiben die Rolle einer Person oder Organisation innerhalb eines Ereignisses. Sie werden mit <rs type="fn" role="..."> annotiert. Die im Bestand vorkommenden Rollen klassifizieren die Beteiligung an einem Rechtsgeschäft: Aussteller, Empfänger, Zeuge, sonstige Beteiligung. Sonstige Beteiligungen werden unter der Rolle other über einen zusätzlichen Triggerstring näher bestimmt:
<rs type="fn" role="other">
<triggerstring n="fn">mit Zustimmung</triggerstring> seiner
<rs type="person" ref="pe__diemut_QGW_II_I_10">
<roleName type="kin" corresp="pe__berthold_QGW_II_I_10">
Gemahlin</roleName> Dimu/od</rs>
und seiner Kinder und Erben
</rs>
Quelle: QGW II/1 Nr. 10 (1274)
Ebene 3: Entitäten¶
Entitäten sind Personen, Organisationen und Orte. Sie werden mit <rs> annotiert und über @ref mit den Indices verknüpft.
| Typ | Element | ID-Präfix | Index |
|---|---|---|---|
| Person | <rs type="person" ref="pe__*"> |
pe__ |
personList.xml |
| Organisation | <rs type="org" ref="org__*"> |
org__ |
orgList.xml |
| Ort | <rs type="place" ref="pl__*"> |
pl__ |
placeList.xml |
Person:
<rs type="person" ref="pe__konrad_chrannest_QGW_II_I_99">
Chunrat der Chrannest</rs>
Organisation:
<rs type="org" ref="org__wien-st_niklas_vor_dem_stubentor_zisterzienserinnen">
dem Nonnenkloster St. Nikolaus</rs>
Ort:
<rs type="place" ref="pl__wien-kohlmarkt">Kolmarkcht</rs>
Ebene 4: Attribute und Relationen¶
Attribute und Relationen werden mit <roleName type="..."> annotiert; damit werden Personen und Organisationen mit weiteren Informationen versehen. Der @type bestimmt die Art der Aussage.
Zwei Arten von @type-Werten sind zu unterscheiden:
- Attribute charakterisieren die Entität selbst (z.B. ein Titel oder die Markierung "verstorben").
- Relationen verknüpfen die Entität über
@correspmit einem zweiten Eintrag (z.B. eine Verwandtschaftsbeziehung zu einer Person, eine Amtsfunktion in einer Organisation, eine topographische Lage in einem Ort).
Attribute:
Beruf (prof):
<rs type="person" ref="pe__prokop_chreier_QGW_II_I_1227">Proko, des Chreier
<roleName type="prof">wirt</roleName> in seinem haus ze Prag</rs>
Quelle: QGW II/1 Nr. 1227 (1392)
Titel (title):
<rs type="person" ref="pe__herbert_auf_der_saeule_QGW_II_I_184">
<roleName type="title">Grundherren</roleName>,
<roleName type="title">hern</roleName> Herbortes auf der Seul</rs>
Quelle: QGW II/1 Nr. 100 (1327)
Verstorben (dead):
<rs type="person" ref="pe__dietrich_QGW_II_I_566">
<roleName type="dead">Tode</roleName> des ...</rs>
Quelle: QGW II/1 Nr. 566 (1360)
Relationen:
Amtsträger (occ):
<rs type="person" ref="pe__berthold_QGW_II_I_10">Bertoldus,
<roleName type="occ" corresp="org__oesterreich-herzogtum">
camerarius</roleName>
</rs>
Quelle: QGW II/1 Nr. 10 (1274)
Verwandtschaft (kin):
<rs type="person" ref="pe__elisabeth_QGW_II_I_100">Elsbet, sein
<roleName type="kin" corresp="pe__konrad_chrannest_QGW_II_I_99">
hausvrowe</roleName>
</rs>
Quelle: QGW II/1 Nr. 100 (1327)
Stellvertretung (rep):
<rs type="person" ref="pe__johann_cherner_QGW_II_I_810">
Janns Cherner
<roleName type="rep" corresp="pe__thomas_cherner_QGW_II_I_999">
<add>fuer</add></roleName>
</rs>
Quelle: QGW II/1 Nr. 999
Zusammenspiel der Ebenen¶
Ein vollständiges Beispiel zeigt die Verschachtelung aller vier Ebenen:
<!-- Ebene 1: Ereignis -->
<rs type="event" ref="ev__QGW_II_I_10">
<!-- Ebene 2: Funktion (Aussteller) -->
<rs type="fn" role="issuer">
<!-- Ebene 3: Entitaet (Person) -->
<rs type="person" ref="pe__berthold_QGW_II_I_10">
Bertoldus,
<!-- Ebene 4: Attribut (Amtstraeger) -->
<roleName type="occ" corresp="org__oesterreich-herzogtum">
camerarius</roleName>
</rs>
</rs>,
<triggerstring n="disp">gibt</triggerstring>
<!-- Ebene 2: Funktion (Sonstige) -->
<rs type="fn" role="other">
<triggerstring n="fn">mit Zustimmung</triggerstring> seiner
<!-- Ebene 3: Entitaet (Person) -->
<rs type="person" ref="pe__diemut_QGW_II_I_10">
<!-- Ebene 4: Relation (Verwandtschaft) -->
<roleName type="kin" corresp="pe__berthold_QGW_II_I_10">
Gemahlin</roleName> Dimu/od
</rs>
und seiner Kinder und Erben
</rs>
eine Rente von 12 sh. dn. ...
<!-- Ebene 2: Funktion (Empfaenger) -->
<rs type="fn" role="recipient">
<!-- Ebene 3: Entitaet (Organisation) -->
<rs type="org"
ref="org__wien-st_niklas_vor_dem_stubentor_zisterzienserinnen">
das Nonnenkloster bei S. Nikolaus</rs>
</rs>
...
</rs>
Quelle: QGW II/1 Nr. 10 (1274). Bertoldus, Kämmerer des Herzogtums Österreich, gibt mit Zustimmung seiner Gemahlin Dimu/od eine Rente an das Nonnenkloster St. Nikolaus.
Zusätzliche Attribute¶
@cert: Sicherheitsangabe zu einer Annotation, vergeben in Stufen.
<rs type="person" ref="pe__georg_QGW_II_I_144">Georg, des hubmaisters
<roleName type="occ" corresp="pe__konrad_hubmeister_QGW_II_I_207" cert="low">schreiber</roleName></rs>
Quelle: QGW II/1 Nr. 165 (1335)
3. Tagging-Workflow¶
Die folgende Reihenfolge beschreibt den typischen Ablauf, in dem Annotationen in einer Quelle angelegt werden. Der Workflow wird durchgehend an einer Quelle gezeigt: QGW II/1 Nr. 10 (1274). Die vollständig annotierte Quelle:
<div type="abstract" resp="ks">
<p>
<rs type="event" ref="ev__QGW_II_I_10">*
<rs type="fn" role="issuer">
<rs type="person" ref="pe__berthold_QGW_II_I_10">Bertoldus,
<roleName type="occ" corresp="org__oesterreich-herzogtum">camerarius</roleName></rs>
</rs>,
<triggerstring n="disp">gibt</triggerstring>
<rs type="fn" role="other">
<triggerstring n="fn">mit Zustimmung</triggerstring> seiner
<rs type="person" ref="pe__diemut_QGW_II_I_10">
<roleName type="kin" corresp="pe__berthold_QGW_II_I_10">Gemahlin</roleName> Dimu/od</rs>
und seiner Kinder und Erben
</rs>
eine Rente von 12 sh. dn. innerhalb der Mauern Wiens auf dem
gemeinhin Langmaur genannten Orte an
<rs type="fn" role="recipient">
<rs type="org" ref="org__wien-st_niklas_vor_dem_stubentor_zisterzienserinnen">das Nonnenkloster bei S. Nikolaus</rs>
</rs>
mit der Bestimmung, dass 6 sh. zur Kammer, 6 sh. zum Krankenhause
der Nonnen gereicht werden sollen.
</rs>
</p>
</div>
<div type="seal">
<p>
<rs type="event" ref="ev__QGW_II_I_10">
<rs type="fn" role="witness">Siegler: der
<rs type="person" ref="pe__berthold_QGW_II_I_10">Aussteller</rs>.</rs>
</rs>
</p>
</div>
Schritt 1: Bearbeiter:innen-Kürzel¶
Jede:r Bearbeiter:in trägt ein Kürzel in das @resp-Attribut des <div>-Elements und an Einträgen in den Indices ein. Im Beispiel trägt der Abstract-Div das Kürzel ks:
<div type="abstract" resp="ks">
Mehrere Kürzel können durch Bindestrich verbunden werden, um eine gemeinsame Verantwortung mehrerer Bearbeiter:innen auszuweisen (z.B. df-hk-kg). Die Zuordnung der Kürzel zu konkreten Personen wird projektintern gepflegt und ist nicht Bestandteil der öffentlichen Edition; Pflegestelle ist die Datei normalisation_lists/editors/Name_of_Editors.csv.
Schritt 2: Ereignisse¶
Alle Rechtsgeschäfte werden als Ereignisse markiert. Im Beispiel umschließt ein Ereignis die gesamte Schenkung:
<rs type="event" ref="ev__QGW_II_I_10">...</rs>
Schritt 3: Dispositivformeln¶
Dispositive Verben und Verbalphrasen werden mit <triggerstring n="disp"> markiert. Im Beispiel ist das die Schenkungsformel:
<triggerstring n="disp">gibt</triggerstring>
Schritt 4: Funktionen¶
Allen beteiligten Personen und Organisationen wird eine Funktionsrolle zugewiesen. Im Beispiel sind alle vier Rollen belegt:
<rs type="fn" role="issuer">Bertoldus, ...</rs>
<rs type="fn" role="other"><triggerstring n="fn">mit Zustimmung</triggerstring> seiner Gemahlin ...</rs>
<rs type="fn" role="recipient">das Nonnenkloster bei S. Nikolaus</rs>
<rs type="fn" role="witness">Siegler: der Aussteller.</rs>
Schritt 5: Entitäten¶
Entitäten werden zuerst mit leerem <rs/> markiert, dann wird die ID (@ref) zugewiesen:
<!-- Schritt 5a: Markierung -->
<rs type="person">Bertoldus</rs>
<!-- Schritt 5b: ID-Zuweisung -->
<rs type="person" ref="pe__berthold_QGW_II_I_10">Bertoldus, ...</rs>
Schritt 6: Attribute und Relationen¶
Attribute und Relationen werden innerhalb der Entität annotiert. Im Beispiel trägt Bertoldus das Amt (occ), seine Gemahlin Diemut die Verwandtschaftsrelation (kin):
<rs type="person" ref="pe__berthold_QGW_II_I_10">Bertoldus,
<roleName type="occ" corresp="org__oesterreich-herzogtum">camerarius</roleName></rs>
Zusätzliche Konventionen¶
Über den gezeigten Ablauf hinaus treten weitere Fälle auf:
Erwähnte Ereignisse (nicht das Hauptereignis der Urkunde, sondern ein darin nur erwähntes Rechtsgeschäft) erhalten das Suffix _men_:
<rs type="event" ref="ev__QGW_II_I_823_men_1">dass das Haus vor offenem
Gerichte in der Bürgerschranne der Kapelle zugesprochen wurde</rs>
Quelle: QGW II/1 Nr. 823 (1372)
Implizite Informationen werden mit <add> in den Tag geholt — etwas, das im Text erst später oder nur implizit erscheint. Im Triggerstring:
<triggerstring n="disp">haben <add>gegeben</add></triggerstring>
<add> kann auch an anderer Stelle stehen, etwa innerhalb eines <rs type="person">, um einen erst später genannten Namensteil zu ergänzen:
<rs type="person" ref="pe__heinrich_chamrer_QGW_II_I_1516">
<add>Heinrich</add> des Chamrer</rs>
Quelle: QGW II/1 Nr. 1347 (1396)
<unclear> markiert unleserliche oder schwer lesbare Passagen:
<rs type="person" ref="pe__leonhard_QGW_II_I_1553">Lienharts des Mu/echsen,
<roleName type="occ" corresp="org__mauerbach-kartaeuser">pergmaister
<unclear>zu Eczkestorf</unclear></roleName></rs>
Quelle: QGW II/1 Nr. 1553 (1403)
4. ID-Konstruktionsregeln¶
Ereignisse (ev__)¶
ev__ + Quellenabkuerzung + (_) Nummer
| Muster | Beispiel |
|---|---|
| Hauptereignis | ev__QGW_II_I_1 |
| Erwähnte Ereignisse | ev__QGW_II_I_823_men_1 |
Personen (pe__)¶
pe__ + normalisierter_Vorname + (_) normalisierter_Nachname + (_) Quellenabkuerzung + (_) Nummer
| Muster | Beispiel |
|---|---|
| Standard | pe__heinrich_straiher_QGW_II_I_331 |
| Homonyme (Suffixunterscheidung) | pe__elisabeth_QGW_II_I_301_a, pe__elisabeth_QGW_II_I_301_b |
Konventionen:
- Keine Umlaute in IDs.
- Vornamen werden über eine externe Normalisierungstabelle vereinheitlicht (siehe Abschnitt 5).
- Nachnamen stammen aus dem Quellenregister; fehlt ein Register, wird die Originalschreibung verwendet.
- Bei fehlendem Nachnamen wird der Beruf verwendet.
- Bei Frauen und Kindern wird ein potenzieller Nachname in
<add>ergänzt.
Diese Konventionen beschreiben die im Bestand erkennbare Praxis; Detailausnahmen werden im konkreten Einzelfall editorisch entschieden.
Individualisierungsverfahren¶
Die Disambiguierung von Homonymen erfolgt durch das Suffix _a / _b (usw.) an der Personen-ID. Dieses Verfahren greift, wenn derselbe Name in derselben Quelle mehrfach vorkommt und die Personen durch Kontextinformationen (Beruf, Verwandtschaft, Amt) unterschieden werden können.
Index-Struktur (personList.xml):
Jeder Personeneintrag kann folgende Informationen enthalten:
<persName>:<forename>,<surname>(jeweils mit<reg>für normalisierte Form),<addName>(Beiname),<genName>(Generationsname)<death notAfter="">: Todesdatum<idno>: Verknüpfung mit externen Normdateien@sex(f/m),@source,@resp,@cert@sameAs: Queridentifikation mit einer anderen Person im Index
Ein gut gefüllter Eintrag, hier der Wiener Bürgermeister Heinrich Straiher:
<person sex="m" source="QGW_II_I_register_pg_579" resp="ks" xml:id="pe__heinrich_straiher_QGW_II_I_331">
<persName type="wienwiki">Heinrich Straicher</persName>
<persName>
<forename><reg>Heinrich</reg></forename> <surname><reg>Straiher</reg></surname>
</persName>
<note>Hofmeister zu Dornbach, Judenrichter, Bgm., Gem. Klara</note>
<death notAfter="1363-08-22">1363-08-22</death>
<idno type="URI">https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Special:URIResolver/?curid=18785</idno>
</person>
Organisationen (org__)¶
org__ + Siedlung + (-) Patron/Eigenname + (_) Institutionstyp + (-) Unterorganisation
| Muster | Beispiel |
|---|---|
| Siedlung | org__wien |
| Kirche | org__wien-st_stephan |
| Altar einer Kirche | org__wien-st_stephan-altar_st_dorothea |
Prinzip: Vom Allgemeinen zum Spezifischen. Hierarchische Verschachtelung in orgList.xml.
Beispiel (org__wien mit hierarchisch verschachtelten Unterorganisationen):
<org type="Stadt" xml:id="org__wien" resp="kg">
<orgName><reg>Wien</reg></orgName>
<note>Bürgermeister, Rat (und Gemein)</note>
<location><address><addrLine corresp="#pl__wien"/></address></location>
<org type="Stadtviertel" xml:id="org__wien-stubarum">
<orgName><reg xml:lang="LAT">Stubarum</reg> <reg xml:lang="GER">Stubenviertel</reg></orgName>
...
</org>
</org>
Orte (pl__)¶
pl__ + Siedlung + (-) Name
| Muster | Beispiel |
|---|---|
| Siedlung | pl__wien |
Beispiel (pl__wien):
<place xml:id="pl__wien" type="settlement" resp="kg">
<placeName><reg>Wien</reg></placeName>
<location><geo decls="LatLng">48.20849 16.37208</geo></location>
<idno type="URL">https://www.geonames.org/2761369/vienna.html</idno>
</place>
5. Normalisierung¶
Die Normalisierung von Trigger-Formeln, Funktionen und Rollennamen erfolgt über projekteigene Normalisierungslisten, die in normalisation_lists/ gepflegt werden. Die Normalisierung von Vornamen wird über einen externen Webservice (medieval-legal-transactions.univie.ac.at/norm_names/) verwaltet, der mit projekteigenen Zugangsdaten zugänglich ist.
6. Validierung¶
Dieser Abschnitt beschreibt die Funktion der wesentlichen Attribute. Die kanonischen Wertelisten werden hier nicht ausgezählt: Sie sind im RelaxNG-Schema (sources/schema/toolbox.rng) festgelegt und werden bei jedem Validierungslauf gegen den Bestand abgeglichen. Der Validierungsbericht (pipeline/output/validation_report.md) listet Abweichungen mit Datei und Zeile.
rs/@typeklassifiziert, was die Referenz bezeichnet (Person, Organisation, Ort, Ereignis, Funktionsrolle).rs/@roleklassifiziert die Rolle einer Funktion innerhalb eines Ereignisses (Aussteller, Empfänger, Zeuge, sonstige Beteiligung).roleName/@typeklassifiziert die Art des Attributs oder der Relation an einer Entität (Beruf, Verwandtschaft, Titel, Stellvertretung, Topographie, Besitz u.a., siehe Abschnitt 2, Ebene 4).triggerstring/@nklassifiziert die Funktion einer Triggerformel (Disposition, Funktionstext, Begründung).@certträgt einen Sicherheitsgrad zu einer Annotation, vergeben in mehreren Stufen.div/@respsowie das@resp-Attribut an Indexeinträgen tragen ein Bearbeiter:innen-Kürzel; siehe Abschnitt 3, Schritt 1.
Bekannte Schreibvarianten in den Quelldaten werden bei der Tabellenerzeugung durch die Pipeline normalisiert; die XML-Quelldateien bleiben als geschützte Forschungsdaten unverändert. Eine Korrektur an der Quelle ist Aufgabe der Bearbeiter:innen.
7. Zitierhinweis¶
Empfohlene Zitierweise¶
Stadt und Gemeinschaft Wien: Datenbank zu mittelalterlichen Wiener Rechtsgeschäften. Universität Wien, 2026. https://max-steiney.github.io/db_for_medieval_legal_transactions_edition/
BibTeX¶
@misc{sugw_db,
author = {{Stadt und Gemeinschaft Wien}},
title = {Stadt und Gemeinschaft Wien: Datenbank zu mittelalterlichen Wiener Rechtsgeschaeften},
year = {2026},
publisher = {Universitaet Wien},
url = {https://max-steiney.github.io/db_for_medieval_legal_transactions_edition/}
}
Ein persistenter Identifikator (DOI) ist in Vorbereitung. Bei Einzelquellen-Zitaten empfiehlt sich die Angabe der Datei-ID (z.B. QGW_1177-1414_0001).
8. Lizenzierung¶
Alle Inhalte der Datenbank — die TEI-annotierten Quellentexte, die Register (Personen, Organisationen, Orte), die Normalisierungslisten sowie deren Darstellung im Frontend — stehen unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International (CC BY-NC-SA 4.0). Sie dürfen für nicht-kommerzielle Zwecke frei genutzt, geteilt und bearbeitet werden, sofern die Quelle genannt wird und Bearbeitungen unter derselben Lizenz veröffentlicht werden. Für die Namensnennung wird die Zitierweise aus Abschnitt 7 empfohlen.